Verschraubt oder zementiert: die kurze Antwort
Eine Implantatkrone lässt sich auf zwei Arten befestigen. Verschraubt wird sie von einer Schraube gehalten, die durch die Krone hindurch im Implantat festgezogen wird; der kleine Schraubenkanal wird anschließend mit zahnfarbenem Komposit verschlossen. Zementiert wird sie mit Zement auf ein Abutment geklebt, das seinerseits im Implantat verschraubt ist, ähnlich wie eine klassische Krone auf einem Zahn. Die verschraubte Variante hat den Vorteil, abnehmbar zu sein, und vermeidet jeden Zementüberschuss unter dem Zahnfleisch; die zementierte Variante verbirgt den Schraubenzugang vollständig und kommt mit bestimmten Implantatachsen besser zurecht.
Keine der beiden ist an sich gut oder schlecht. Die Wahl hängt von der Implantatposition, dem Bereich im Mund, dem verfügbaren Platz und der späteren Pflegefreundlichkeit ab.
Wer den Unterschied versteht, kann die Überlegungen des Zahnarztes besser nachvollziehen und weiß, worauf in den kommenden Jahren zu achten ist.
Die Bauteile verstehen: Implantat, Abutment, Krone
Ein Zahn auf einem Implantat ist kein einzelnes Teil, sondern ein Verbund:
- das Implantat, die Schraube aus Titan oder Zirkon im Knochen, die die Wurzel ersetzt;
- das Abutment, das Verbindungsteil, das durch das Zahnfleisch reicht und Implantat und Krone verbindet;
- die Krone, der sichtbare Teil aus Keramik oder Zirkon.
Bei einer verschraubten Krone werden Abutment und Krone oft im Labor zu einem einzigen Teil verbunden, zum Beispiel eine Zirkonkrone, die auf eine Titanbasis geklebt wird, und das Ganze wird direkt im Implantat verschraubt. Bei einer zementierten Krone wird zuerst das Abutment im Implantat verschraubt und dann die Krone im Mund darauf zementiert.
Diese Teile werden anhand einer Abformung konstruiert, die die genaue Lage des Implantats erfasst. Beim Intraoralscanner wird dazu ein kleiner Scanbody vorübergehend auf das Implantat geschraubt, der diese Position ohne Abdruckmasse an die Konstruktionssoftware überträgt.
Eine Schraube verbindet immer das Abutment mit dem Implantat. Die eigentliche Frage lautet also nicht "Schraube oder nicht", sondern ob die Krone selbst verschraubt oder zementiert wird.
Die verschraubte Krone: Vorteile und Einschränkungen
Die Verschraubung wird heute weithin bevorzugt, wenn die Implantatposition es erlaubt, und mehrere internationale Konsensuskonferenzen, darunter die des ITI, haben ihre Vorzüge hervorgehoben. Ihre Vorteile:
- abnehmbar: Der Zahnarzt kann die Krone abnehmen, um sie zu reparieren, das Implantat zu kontrollieren oder den Bereich zu reinigen, und sie anschließend wieder verschrauben, ohne sie zu zerstören;
- kein Zement unter dem Zahnfleisch, also kein Risiko vergessener Zementreste;
- hilfreich bei geringer vertikaler Platzverfügbarkeit, da keine Mindesthöhe des Abutments für den Halt nötig ist;
- besonders wertvoll bei Brücken auf mehreren Implantaten, die sich als Ganzes abnehmen lassen.
Ihre Einschränkungen:
- der Schraubenkanal muss an einer unauffälligen Stelle austreten: gaumenseitig bei einem Schneidezahn, auf der Kaufläche bei einem Backenzahn. Ist das Implantat zu stark geneigt, kann der Zugang auf der sichtbaren Fläche liegen;
- das Komposit im Schraubenkanal kann sich abnutzen oder verfärben und lässt sich leicht erneuern;
- die Keramik ist rund um den Schraubenkanal etwas dünner, was bei der Konstruktion berücksichtigt wird.
Systeme mit abgewinkeltem Schraubenkanal erlauben es in gewissen Grenzen, den Austritt in einen unauffälligeren Bereich zu verlegen.
Die zementierte Krone: Vorteile und das Zementrisiko
Im Prinzip ähnelt die zementierte Krone einer Krone auf einem natürlichen Zahn. Ihre Vorteile:
- keine sichtbare Öffnung in der Krone und damit eine durchgehende Keramikoberfläche;
- das Abutment kann eine ungünstige Implantatachse ausgleichen;
- eine vertraute Technik, die für viele Situationen geeignet ist.
Der wichtigste Punkt, auf den zu achten ist, ist der Zement. Beim Zementieren kann überschüssiger Zement unter das Zahnfleisch rund um das Abutment gedrückt werden. Anders als ein natürlicher Zahn besitzt ein Implantat keine Wurzelhaut, die es schützt, und zurückgebliebene Zementreste können eine Entzündung unterhalten. Die wissenschaftliche Literatur hat solche Reste mit Mukositis und Periimplantitis in Verbindung gebracht, mitunter Jahre nach dem Einsetzen.
Mehrere Vorsichtsmaßnahmen verringern dieses Risiko:
- ein individuelles Abutment, dessen Rand dem Zahnfleischverlauf in geringer Tiefe folgt, damit sich der Zement entfernen lässt;
- eine minimale Zementmenge, manchmal mit einem Vorzementieren auf einem Modellduplikat außerhalb des Mundes;
- eine sorgfältige Reinigung und ein Kontrollröntgenbild.
Eine weitere Grenze: Eine zementierte Krone ist schwerer abzunehmen. Lockert sich die Abutmentschraube oder bricht die Keramik, muss die Krone oft aufgetrennt werden.
Ästhetik, Implantatposition und Planung
Die Entscheidung zwischen Schraube und Zement wird eigentlich vor dem Setzen des Implantats vorbereitet. Eine sogenannte prothetisch orientierte Planung geht vom gewünschten endgültigen Zahn aus und setzt das Implantat dort, wo es die beste Versorgung ermöglicht. Wenn angezeigt, hilft die navigierte Implantation, diese Planung präzise in den Mund zu übertragen. Ein gut ausgerichtetes Implantat lässt in der Regel die Option einer verschraubten Krone mit unauffälligem Zugang offen.
Im ästhetischen Bereich spielen weitere Faktoren eine Rolle:
- die Dicke des Zahnfleisches, durch die ein Titan-Abutment durchschimmern kann; ein Zirkon-Abutment oder eine passende Basis kann dann vorzuziehen sein;
- das Emergenzprofil, also die Art, wie die Krone aus dem Zahnfleisch hervortritt, das für einen harmonischen Zahnfleischverlauf entscheidend ist;
- Farbe und Transluzenz des Kronenmaterials.
Bei Seitenzähnen geht es vor allem um die Funktion: Festigkeit der Keramik, Kontakt zum Gegenzahn und Reinigungsfähigkeit. Eine Zahnkrone auf dem Implantat aus monolithischem Zirkon wird in diesen Bereichen wegen ihrer Stabilität häufig gewählt.
Pflege, Schraubenlockerung und Nachsorge
Unabhängig von der Befestigung braucht eine Implantatkrone dieselbe Pflege wie ein natürlicher Zahn, eher noch etwas mehr Aufmerksamkeit:
- sorgfältiges Putzen am Übergang zwischen Krone und Zahnfleisch;
- tägliche Reinigung der Zwischenräume mit geeigneter Zahnseide oder Interdentalbürsten;
- regelmäßige Kontrollen mit sanfter Sondierung und Röntgenbildern nach dem vorgeschlagenen Plan;
- Schutz durch eine Aufbissschiene bei Zähneknirschen.
Eine Schraubenlockerung zeigt sich durch eine Krone, die sich leicht bewegt, oder ein kleines Klicken beim Kauen. Sie ist für sich genommen nicht schlimm, wenn sie rasch behandelt wird: Bei einer verschraubten Krone genügt es meist, den Zugang zu öffnen und die Schraube mit dem empfohlenen Drehmoment nachzuziehen. Bei einer zementierten Krone ist der Eingriff aufwendiger. Lassen Sie eine lockere Krone in keinem Fall ohne Rücksprache, denn wiederholte Bewegungen ermüden die Bauteile.
Auch Blutungen, Schwellungen oder ein schlechter Geschmack rund um das Zahnimplantat sind ein Grund zur Vorstellung, denn eine früh erkannte Entzündung lässt sich einfacher behandeln.
Die richtigen Fragen und die Beratung in Agdal
Wenn Ihr Implantat versorgt wird, helfen diese Fragen, die vorgeschlagene Lösung zu verstehen:
- Wird meine Krone verschraubt oder zementiert, und warum in meinem Fall?
- Wo tritt der Schraubenzugang aus, und wird er sichtbar sein?
- Falls zementiert wird: Wie wird überschüssiger Zement kontrolliert?
- Welches Material ist für Krone und Abutment vorgesehen?
- Was geschieht bei einer Schraubenlockerung oder einem Bruch?
In der German Dental Clinic in Agdal wird die Implantatposition mit Blick auf die spätere Krone geplant. Die Abformung kann mit dem Intraoralscanner erfolgen, und die Konstruktion folgt einem digitalen Ablauf. Die Befestigungsart wird nach der Untersuchung erklärt und passend zu Ihrer Situation gewählt. Wenn Sie in Rabat wohnen und ein Implantat auf seine Krone wartet oder eine bestehende Implantatkrone Probleme macht, können Sie einen Termin vereinbaren.
Häufige Fragen
Sieht man die Öffnung einer verschraubten Krone?
Sie wird nach Möglichkeit an einer unauffälligen Stelle platziert: gaumenseitig bei Frontzähnen, in der Mitte der Kaufläche bei Seitenzähnen. Verschlossen wird sie mit zahnfarbenem Komposit. Aus der Nähe ist manchmal eine kleine, leicht abweichende Stelle zu erahnen, beim Sprechen und Lächeln bleibt sie in der Regel unsichtbar.
Ist eine verschraubte Krone weniger stabil als eine zementierte?
Nicht grundsätzlich. Beide Befestigungsarten können bei korrekter Konstruktion dauerhafte Ergebnisse liefern. Die Keramik ist um den Schraubenkanal einer verschraubten Krone etwas dünner, was durch Materialwahl und Wandstärke ausgeglichen wird. Die Stabilität hängt vor allem vom Material, vom Biss und von den Kaukräften ab.
Kann eine zementierte Krone durch eine verschraubte ersetzt werden?
Manchmal, wenn die Implantatachse einen Schraubenzugang über eine unauffällige Zahnfläche erlaubt. Die alte Krone muss dann in der Regel entfernt werden, oft durch Auftrennen, und eine neue Versorgung angefertigt werden. Besprochen wird dieser Wechsel vor allem bei Problemen, etwa einer zementbedingten Entzündung oder wiederholten Lockerungen.
Ist es normal, dass sich eine Implantatkrone lockert?
Das ist nicht der übliche Verlauf, kann aber vorkommen, besonders bei hohen Kräften, Zähneknirschen oder ungleich verteilten Kontakten. Eine rasch behandelte Lockerung lässt sich meist einfach beheben. Der Zahnarzt prüft zudem den Biss und den Zustand der Bauteile, um ein erneutes Auftreten zu vermeiden.
Sind Zementreste unter dem Zahnfleisch wirklich gefährlich?
Vergessener Zementüberschuss unter dem Zahnfleisch kann eine Entzündung um das Implantat unterhalten, mitunter lange Zeit ohne Schmerzen. Das ist ein bekanntes Risiko, das durch ein Abutment mit flach liegendem Rand, eine minimale Zementmenge und sorgfältige Reinigung verringert wird. Anhaltende Blutungen um eine zementierte Implantatkrone sollten kontrolliert werden.
Die Informationen auf dieser Seite sind allgemein. Nur eine Untersuchung ermöglicht eine Diagnose und einen passenden Behandlungsplan.



