Zahnprothese wackelt: warum, und ist das normal?
Eine wackelnde herausnehmbare Prothese ist ein häufiges Problem, aber kein Zustand, den Sie hinnehmen müssen. Die Hauptursachen sind der allmähliche Knochenabbau unter dem Zahnfleisch, durch den eine ältere Prothese zu groß wird, die Abnutzung der Zähne oder der Prothesenbasis, ein trockener Mund und die ungünstigere Form des Unterkiefers. Je nach Ursache reicht die Lösung von einer einfachen Korrektur über eine Unterfütterung und eine neue Prothese bis zur Stabilisierung mit Implantaten.
Einige Anzeichen sprechen dafür, dass eine Prothese nicht mehr passt:
- sie saß anfangs gut und löst sich nun immer häufiger;
- beim Essen geraten Speisereste unter die Basis;
- am Zahnfleisch entstehen Druckstellen oder wunde Bereiche;
- Sie brauchen immer mehr Haftcreme;
- das Gesicht wirkt "eingefallener", das Kinn rückt näher an die Nase, ein Zeichen abgenutzter Zähne.
Eine neue Prothese, die in den ersten Tagen wackelt, ist ein anderer Fall: Zunge, Wangen und Lippen müssen erst lernen, sie zu halten, und einige Nachkorrekturen sind üblich.
Warum hält die untere Prothese schlechter als die obere?
Das ist die häufigste Klage, und sie hat einen anatomischen Grund. Im Oberkiefer bedeckt die Vollprothese den Gaumen: Diese große Fläche erzeugt einen Saugeffekt mit einem Randabschluss, der sie festhält. Im Unterkiefer ist die Auflagefläche viel schmaler und hufeisenförmig, und in der Mitte liegt die Zunge. Bei jeder Zungenbewegung zum Sprechen, Schlucken oder Verschieben der Nahrung wird die Prothese bewegt.
Weitere Faktoren verschärfen die Lage im Unterkiefer oft:
- der untere Kieferkamm baut sich nach Zahnverlust meist schneller ab als der obere;
- ein sehr flacher Kamm bietet kaum noch Relief, das die Prothese am Rutschen hindert;
- Speichel wirkt wie ein natürlicher "Kleber", ein trockener Mund durch Alter oder Medikamente verringert den Halt;
- eine deutliche Gewichtsabnahme verändert Zahnfleisch und Wangen.
Deshalb wird die Stabilisierung der unteren Prothese mit zwei Implantaten häufig als Standardlösung vorgeschlagen, wenn sie nicht hält.
Unterfütterung, Korrektur oder neue Prothese: an der Prothese selbst ansetzen
Bevor an eine Operation gedacht wird, prüft der Zahnarzt, ob sich die vorhandene Prothese verbessern lässt.
- Die Korrektur: einen zu langen Rand kürzen, der die Prothese kippen lässt, oder den Kontakt zwischen oberen und unteren Zähnen ausgleichen. Ein unausgewogener Biss genügt, um die Prothese bei jedem Bissen zu lösen.
- Die Unterfütterung: Auf der Innenseite der Prothese wird eine neue Kunststoffschicht aufgebracht, damit sie wieder dem Zahnfleisch anliegt, dessen Form sich durch den Knochenabbau verändert hat. Sie kann direkt am Behandlungsstuhl mit einem provisorischen, teils weichbleibenden Material oder im Labor mit einem härteren, haltbareren Kunststoff erfolgen, anhand eines Abdrucks in der Prothese.
- Die neue Prothese: Sind die Kunststoffzähne stark abgenutzt, ist die Basis gerissen oder die Bisshöhe abgesunken, reicht eine Unterfütterung nicht mehr. Eine neue Prothese verbessert zudem Aussehen und Lippenstütze.
Druckstellen unter der Prothese sollten nicht ignoriert werden: Eine Wunde, die nach zwei Wochen trotz Korrektur nicht verheilt ist, muss untersucht werden.
Haftcremes und Haftpulver: eine Hilfe, keine Lösung
Haftcremes verbessern den Halt einer gut sitzenden Prothese, vor allem in der Anfangszeit oder bei Mundtrockenheit. Sie sollten jedoch keine Prothese ausgleichen, die nicht mehr zum Mund passt.
So wenden Sie sie richtig an:
- einige kleine Punkte oder dünne Streifen auf die saubere, trockene Prothese geben, nicht bis an den Rand;
- quillt die Creme heraus, ist die Menge zu groß;
- jeden Abend alle Reste von Prothese und Zahnfleisch mit einer feuchten Kompresse oder weichen Bürste entfernen;
- zinkfreie Produkte bevorzugen: Der lange Gebrauch sehr großer Mengen zinkhaltiger Haftcremes wurde mit neurologischen Störungen in Verbindung gebracht.
Müssen Sie mehrmals täglich nachlegen oder wackelt die Prothese trotzdem, ist das ein Zeichen, zum Zahnarzt zu gehen: Wahrscheinlich ist eine Unterfütterung oder eine andere Lösung nötig.
Würgereiz durch den Gaumen: was hilft?
Manche Menschen haben einen ausgeprägten Würgereflex, wenn die obere Prothese den Gaumen bedeckt. Er lässt mit der Gewöhnung oft nach, kann aber auch durch eine ungünstig gestaltete Prothese unterhalten werden.
Was der Zahnarzt prüft:
- einen zu langen oder zu dicken hinteren Rand, der den weichen Gaumen berührt;
- eine instabile Prothese, die sich bewegt und den Reflex bei jeder Bewegung auslöst;
- eine übermäßige Dicke des Kunststoffs.
In der Gewöhnungsphase helfen einige Tipps: die Tragezeit schrittweise steigern, durch die Nase atmen und die Prothese nicht auf nüchternen Magen einsetzen, wenn der Reflex morgens stark ist.
Bleibt der Gaumen unerträglich, gibt es Möglichkeiten, ihn freizulassen. Eine obere Prothese auf mehreren Implantaten kann hufeisenförmig ohne Gaumenplatte gestaltet werden, ebenso eine Teleskopprothese auf Zähnen oder Implantaten. Diese Optionen erfordern eine Beurteilung des Knochens und bei Implantaten einen chirurgischen Eingriff.
Teilprothese: Kunststoff, flexibel oder Modellguss?
Sind noch Zähne vorhanden, hält sich die Teilprothese an ihnen fest. Ihr Halt hängt stark von Material und Konstruktion ab:
- Die Kunststoffprothese: einfach, schnell herzustellen und leicht zu erweitern, wenn ein Zahn verloren geht. Sie ist oft dicker und liegt stärker auf dem Zahnfleisch auf, was sie weniger stabil macht. Häufig dient sie als Übergangslösung.
- Die flexible Prothese (aus Nylon oder thermoplastischem Material): ohne sichtbare Metallklammern, diskret und anfangs angenehm. Ihre Biegsamkeit kann jedoch beim Kauen zu Bewegungen führen, sie lässt sich schwer reparieren und unterfüttern und eignet sich meist nur für begrenzte Situationen.
- Die Modellgussprothese (Gerüst aus Kobalt-Chrom-Legierung, im Französischen "stellite"): dünner, starr und präzise, stützt sie sich über Klammern und vorbereitete Auflagen auf die Restzähne. Sie ist oft die stabilste herausnehmbare Teilprothese, mit Klammern, die mitunter sichtbar sind.
Wer auf Klammern verzichten und zugleich an Stabilität gewinnen möchte, kann eine Teleskopprothese wählen, die auf Kronen über den Restzähnen gleitet. Vorteile und Einschränkungen erläutert unser Beitrag zur Teleskopprothese.
Stabilisierung mit Implantaten: die Untersuchung in Agdal
Hält eine Prothese trotz Unterfütterung nicht, verändern Zahnimplantate die Lage oft grundlegend. Im Unterkiefer genügen häufig zwei Implantate mit Halteelementen, auf die die Prothese einrastet, damit sie sich nicht mehr hebt; manchmal lässt sich die vorhandene Prothese anpassen, wenn sie in gutem Zustand ist. Im Oberkiefer sind in der Regel mehr Implantate nötig. Die umfassenderen Optionen bis hin zur festsitzenden Brücke vergleicht unser Beitrag Prothese auf Implantaten oder Teleskopprothese.
In der German Dental Clinic in Agdal beginnt die Untersuchung mit der Beurteilung Ihrer aktuellen Prothese und des Zahnfleisches, gefolgt von einer Panoramaaufnahme zur Einschätzung des Knochens. Der Behandler sagt Ihnen, ob eine Korrektur oder Unterfütterung genügen kann oder ob eine Stabilisierung sinnvoller ist. Wenn Sie in Rabat wohnen und Ihre Prothese Sie im Alltag stört, können Sie einen Termin vereinbaren und die Prothese mitbringen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Gewöhnung an eine neue Prothese?
Das ist individuell verschieden und hängt von der Art der Prothese ab. In den ersten Tagen sind ein Fremdkörpergefühl, vermehrter Speichel und eine leicht veränderte Aussprache häufig. In den ersten Wochen sind oft mehrere Nachkorrekturen nötig. Lautes Vorlesen und kleine Bissen auf beiden Seiten beschleunigen die Gewöhnung.
Sollte man die Prothese nachts herausnehmen?
In den meisten Fällen ja. Nachts ohne Prothese kann sich das Zahnfleisch erholen, und Pilzbefall sowie Entzündungen unter der Basis werden seltener. Reinigen Sie die Prothese und bewahren Sie sie je nach Material in einer Dose oder in Wasser auf. In besonderen Situationen gibt es Ausnahmen; folgen Sie der Empfehlung Ihres Zahnarztes.
Meine Prothese ist gebrochen. Kann ich sie selbst kleben?
Nein. Handelsübliche Sekundenkleber sind nicht für den Mund gedacht, können das Gewebe reizen und verformen die Prothese, sodass eine fachgerechte Reparatur manchmal unmöglich wird. Bewahren Sie alle Teile auf und bringen Sie sie in die Praxis: Ein Bruch der Basis oder ein gelöster Zahn lässt sich oft rasch reparieren.
Meine Prothese drückt. Soll ich sie nicht mehr tragen?
Schmerzt eine Stelle, können Sie die Prothese zur Entlastung einige Stunden herausnehmen, sollten sie aber einige Stunden vor dem Termin wieder einsetzen: Die Druckstelle auf dem Zahnfleisch zeigt dem Zahnarzt genau, wo er korrigieren muss. Eine Wunde, die nach zwei Wochen nicht verheilt ist, muss untersucht werden.
Wann muss eine herausnehmbare Prothese erneuert werden?
Eine feste Lebensdauer gibt es nicht. Eine Prothese sollte neu beurteilt werden, wenn sie trotz Korrekturen wackelt, die Kunststoffzähne abgenutzt sind, die Basis gerissen ist oder sich das Gesicht verändert hat. Regelmäßige Kontrollen, auch ohne Beschwerden, helfen, Knochenabbau zu erkennen und rechtzeitig zu unterfüttern.
Die Informationen auf dieser Seite sind allgemein. Nur eine Untersuchung ermöglicht eine Diagnose und einen passenden Behandlungsplan.



