German Dental ClinicDr Fenjero Walid · Smile Studio

Ratgeber · 5 Min. Lesezeit

Zahnimplantat: Gegenanzeigen, Alter, MRT und Risiken

Sie fürchten, zu alt zu sein, haben Diabetes, nehmen Osteoporose-Medikamente oder steht eine MRT an? Echte Gegenanzeigen für Implantate sind selten, manche Situationen erfordern aber Vorsicht. Hier die Fakten, ohne Panikmache und ohne Schönfärberei.

Von Dr Fenjero Walid ·

Illustration: Zahnimplantat: Gegenanzeigen, Alter, MRT und Risiken

Zahnimplantat: welche Gegenanzeigen gibt es wirklich?

Dauerhafte Gegenanzeigen für Zahnimplantate sind selten. Die meisten Situationen, die Patienten beunruhigen, etwa ein höheres Alter, ein gut eingestellter Diabetes, Rauchen oder Osteoporose, sind relative Gegenanzeigen: Sie erhöhen bestimmte Risiken und verlangen Vorsichtsmaßnahmen, schließen die Behandlung aber nicht automatisch aus. Die Entscheidung beruht auf einer vollständigen medizinischen und zahnärztlichen Untersuchung, gegebenenfalls in Abstimmung mit Ihrem Arzt.

Drei Fragen leiten die Beurteilung:

  • Verkraftet Ihr Körper einen kleinen chirurgischen Eingriff und heilt gut? Entscheidend ist der allgemeine Gesundheitszustand, nicht das Alter im Ausweis.
  • Kann der Knochen ein Implantat aufnehmen und halten? Volumen, Qualität, Medikamente mit Wirkung auf den Knochenstoffwechsel, frühere Bestrahlung.
  • Können Sie das Implantat täglich pflegen? Mundhygiene, Nachsorge, Kontrolle einer Zahnfleischerkrankung.

Ehrliche Antworten auf diese drei Fragen erlauben die Wahl zwischen Implantat, Implantat mit besonderen Vorkehrungen, Verschiebung der Behandlung oder einer Lösung ohne Operation.

Absolute und relative Gegenanzeigen: der Unterschied

Von einer absoluten Gegenanzeige spricht man, wenn das Risiko den Nutzen klar übersteigt, zumindest vorübergehend. Üblicherweise genannt werden:

  • eine schwere, nicht stabile Allgemeinerkrankung oder ein kürzlich erlittener Herzinfarkt oder Schlaganfall;
  • eine laufende Chemotherapie oder eine starke immunsuppressive Behandlung;
  • intravenös verabreichte Bisphosphonate oder Denosumab in onkologischer Dosierung, wegen des Risikos einer Kiefernekrose;
  • ein noch nicht abgeschlossenes Kieferwachstum bei Jugendlichen;
  • die fehlende Möglichkeit, an Behandlung und Pflege mitzuwirken.

Viele dieser Situationen sind vorübergehend: Ist die Erkrankung stabil oder die Therapie beendet, kann das Vorhaben neu geprüft werden.

Relative Gegenanzeigen sind häufiger und erfordern Anpassungen: Rauchen, Diabetes, Osteoporose unter Tablettentherapie, frühere Parodontitis, Bruxismus, Gerinnungshemmer, eine länger zurückliegende Bestrahlung fern vom Kiefer. Sie werden im Einzelfall besprochen, manchmal mit einer Wartezeit, einem Knochenaufbau, einer anderen Implantatzahl oder engmaschigerer Nachsorge.

Implantat mit 60, 70 oder 80 Jahren: das Alter ist nicht das Problem

Es gibt keine Altersobergrenze für Implantate. Auch Menschen über 80 mit gutem Allgemeinzustand erhalten Implantate, häufig um eine Prothese zu stabilisieren, die nicht mehr hält. Entscheidend sind Gesundheit, Medikamente, Knochenangebot und die Fähigkeit, das Implantat zu reinigen.

Bei älteren Menschen werden einige Punkte besonders sorgfältig geprüft:

  • die Heilung kann langsamer verlaufen, was im Zeitplan berücksichtigt wird;
  • oft werden mehr Medikamente eingenommen, daher ist eine aktuelle Liste wichtig;
  • die Fingerfertigkeit kann mit der Zeit nachlassen: Dann bevorzugt man leicht zu pflegende Lösungen, etwa eine herausnehmbare Prothese auf zwei Implantaten statt einer aufwendigen Brücke;
  • der Knochen hat sich nach Jahren ohne Zähne häufig zurückgebildet, was einen Knochenaufbau oder Implantate passender Größe erfordern kann.

Umgekehrt wartet man bei jungen Menschen das Ende des Kieferwachstums ab, denn ein Implantat wächst nicht mit und stünde später versetzt zu den Nachbarzähnen. Wann das Wachstum abgeschlossen ist, ist individuell verschieden und wird durch Untersuchung, manchmal mit Vergleichsröntgenbildern, beurteilt.

Diabetes, Rauchen, Osteoporose, Bestrahlung: Fälle, die Vorsicht verlangen

Diese Situationen verschließen die Tür nicht, verändern aber das Vorgehen:

  • Diabetes: Ein gut eingestellter Diabetes erlaubt in der Regel eine Implantation unter nahezu normalen Bedingungen. Ein schlecht eingestellter Diabetes verzögert die Heilung und begünstigt Infektionen, deshalb wird er zunächst gemeinsam mit dem Arzt verbessert. Unser Beitrag zu Diabetes und Zahnfleischgesundheit erklärt den Zusammenhang.
  • Rauchen: Es erhöht das Risiko, dass das Implantat nicht einheilt, und langfristig das Risiko einer Entzündung um das Implantat. Raucher sind nicht ausgeschlossen, ein Rauchstopp zumindest rund um den Eingriff wird aber dringend empfohlen.
  • Osteoporose und Bisphosphonate: Die Osteoporose selbst verhindert kein Implantat. Oral eingenommene Bisphosphonate bergen ein geringes, aber reales Risiko einer Kiefernekrose, das mit der Behandlungsdauer steigt. Der Zahnarzt bewertet dieses Risiko, gegebenenfalls mit Ihrem Arzt. Setzen Sie diese Therapie nie eigenmächtig ab.
  • Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich: Bestrahlter Knochen heilt schlecht und kann eine Osteoradionekrose entwickeln. Implantate sind nicht immer ausgeschlossen, die Entscheidung fällt aber gemeinsam mit dem onkologischen Team, je nach Bereich und Dosis.
  • Gerinnungshemmer: Sie schließen ein Implantat nicht aus; das Vorgehen wird mit dem verordnenden Arzt abgestimmt, ohne eigenmächtige Unterbrechung.

Schwangerschaft, MRT, Allergie: häufige Fragen

In der Schwangerschaft ist die Implantation ein planbarer Eingriff, der in der Regel auf die Zeit nach der Geburt verschoben wird. Nicht weil sie unmöglich wäre, sondern weil es keinen Grund gibt, in dieser Phase eine Operation, Röntgenaufnahmen und nicht dringende Medikamente hinzuzufügen. Dringende Behandlungen bleiben möglich.

Implantat und MRT: Das für Implantate verwendete Titan ist nicht magnetisch. Ein Implantat stellt bei einer MRT keine Gefahr dar und spricht nicht gegen die Untersuchung. Es kann jedoch kleine Artefakte erzeugen, also einen weniger scharfen Bildbereich um den Kiefer, was vor allem MRT-Aufnahmen dieser Region betrifft. Informieren Sie den Radiologen über Ihre Implantate. Eine herausnehmbare Prothese, insbesondere eine mit Magnethalterung, muss vor der Untersuchung herausgenommen werden. Metalldetektoren am Flughafen bereiten in der Regel keine Probleme.

Titanallergie: Sie gilt als sehr selten. Bei mehrfachen Metallallergien oder dem Wunsch nach einer metallfreien Lösung sind Keramikimplantate eine Möglichkeit, die wir im Beitrag Implantat aus Zirkon oder Titan vorstellen.

Zahnimplantat: Gefahren und Nachteile, die Sie kennen sollten

Ein Zahnimplantat ist bei richtiger Indikation eine verlässliche Behandlung, bleibt aber ein chirurgischer Eingriff. Bei sorgfältiger Untersuchung sind die Risiken gering, und es ist normal, sie vor der Zustimmung zu kennen:

  • während des Eingriffs: Blutung, Verletzung des Unterkiefernervs (Taubheitsgefühl an Lippe oder Kinn, meist vorübergehend), eine Verbindung zur Kieferhöhle im Oberkiefer;
  • während der Einheilung: Schwellung, Infektion, ausbleibende Einheilung des Implantats in den Knochen, sodass es entfernt und oft später neu gesetzt werden muss;
  • langfristig: Entzündung des Zahnfleisches um das Implantat (Mukositis), dann Knochenabbau (Periimplantitis), gelockerte Schraube oder gebrochene Krone, Zahnfleischrückgang im sichtbaren Bereich.

Auch praktische Nachteile zählen: eine Behandlung in mehreren Schritten, Wartezeit bis zum endgültigen Zahn, manchmal ein vorheriger Knochenaufbau, höhere Kosten als eine herausnehmbare Prothese und die Notwendigkeit lebenslanger Pflege und regelmäßiger Kontrollen. Der Begriff "Abstoßung" ist irreführend: Ein Implantat wird nicht abgestoßen wie ein transplantiertes Organ, es kann aber nicht einheilen oder seinen Knochen verlieren, meist aus entzündlichen oder mechanischen Gründen.

Die medizinische Abklärung vor dem Implantat in Agdal

Bei der Untersuchung werden diese allgemeinen Fragen zu einer Antwort für Ihren Fall. Bringen Sie eine vollständige Liste Ihrer Medikamente mit, einschließlich Spritzen oder Infusionen für die Knochen, Ihre letzten Blutwerte bei Diabetes sowie Berichte über Bestrahlungen oder Operationen.

In der German Dental Clinic in Agdal werden klinische Untersuchung und Panoramaaufnahme bei Bedarf durch eine dreidimensionale Bildgebung ergänzt, und die Implantation kann, wenn angezeigt, navigiert geplant werden. Ist ein Austausch mit Ihrem Arzt sinnvoll, schlägt der Behandler ihn vor. Wenn Sie in Rabat wohnen und sich fragen, ob ein Implantat in Ihrer Situation möglich ist, können Sie einen Termin vereinbaren und es besprechen.

Häufige Fragen

Ist ein Implantat unter Gerinnungshemmern möglich?

Ja, in den allermeisten Fällen. Gerinnungshemmer sind keine Gegenanzeige, erfordern aber Planung: je nach Wirkstoff ein Gerinnungstest, eine schonende Technik und örtliche Maßnahmen zur Blutstillung. Das Vorgehen wird mit dem behandelnden Arzt abgestimmt. Setzen Sie Ihr Medikament nie ohne dessen Zustimmung ab, denn das Herz-Kreislauf-Risiko wiegt schwerer als die Blutung.

Ab welchem Alter kann ein Implantat gesetzt werden?

Nach Abschluss des Kieferwachstums, der in der Regel in der späten Jugend oder im frühen Erwachsenenalter liegt, bei jungen Männern mitunter später. Davor könnte das Implantat später versetzt stehen. Bis dahin lassen sich verlorene Zähne bei Jugendlichen mit provisorischen, geklebten oder herausnehmbaren Lösungen ersetzen.

Ich nehme seit Jahren ein Osteoporose-Medikament. Ist das ein Problem?

Es erfordert eine Abklärung, nicht unbedingt eine Ablehnung. Das Risiko einer Kiefernekrose hängt vom Wirkstoff, der Verabreichungsform, der Dosis und der Behandlungsdauer ab. Tabletten gegen Osteoporose bergen ein deutlich geringeres Risiko als die Infusionen in der Krebstherapie. Geben Sie es bei der Untersuchung genau an.

Brauche ich vor einem Implantat die Zustimmung meines Arztes?

Bei guter Gesundheit nicht routinemäßig. Bei Herzerkrankungen, schlecht eingestelltem Diabetes, Gerinnungshemmern, knochenwirksamen Medikamenten, Immunsuppression oder einer Krebsvorgeschichte kann der Behandler jedoch die Meinung Ihres Arztes einholen, um den Eingriff sicherer zu machen und die Vorsichtsmaßnahmen anzupassen.

Kann der Körper ein Zahnimplantat abstoßen?

Nicht im Sinne einer Immunabstoßung wie bei einer Organtransplantation. Ein Implantat kann misslingen, wenn es während der Heilung nicht in den Knochen einwächst, oder Jahre später seinen Halt verlieren, weil es sich entzündet, oft im Zusammenhang mit Belägen, Rauchen oder Überlastung. Eine sorgfältige Abklärung und gute Pflege verringern diese Risiken.

Die Informationen auf dieser Seite sind allgemein. Nur eine Untersuchung ermöglicht eine Diagnose und einen passenden Behandlungsplan.

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